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Thema: Wie ist Euch der 1. Juli 2002 in Überlingen in Erinnerung?

  
  1. #1
    Avatar von Claudy
    Claudy ist offline Großadmiral
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    Standard Wie ist Euch der 1. Juli 2002 in Überlingen in Erinnerung?

    Wie ist Euch dieser Tag in Erinnerung, da ich leider nicht mit reden kann würde es mich interessieren, wie Ihr diesen Tag und die Tage danach wahr genommen habt und wie es Euch danach ging. Nicht jeder kann sowas seelisch einfach wegstecken.

    Hier noch ein paar gute Links dazu:
    Hintergründe - Gesellschaft - FAZ.NET - Prozeß Schadenersatz: Überlingen, danach

    Untitled

    Freiwillige Feuerwehr Überlingen - Schlachthausstrasse 12 - 88662 Überlingen

    Landgericht Konstanz - Flugzeugunglück Überlingen

    Bashkirian-Airlines-Flug 2937 - Wikipedia

    http://www.daserste.de/wwiewissen/th...rhvp52v~cm.asp

    Flugzeugunglueck
    Geändert von just77me (27.09.2007 um 19:43 Uhr)

  2. #2
    Avatar von thedent
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    Wie schon an anderer Stelle erwähnt werd ich diese Nacht net vergessen. War schon komisch, den im ersten Moment hab ich nicht verstanden was da los ist. Ich hatte das Dachfenster auf und hörte ein Geräusch das sich eher nach Gewitter anhörte.... es war auch sehr bewölkt / dunstig in der Nacht, mit dem Blick ausm Fenster hab ich zwar flackerndes Licht gesehen, aber gedacht es sei ne Wetterleuchte (Gewitter waren in dem Sommer um die Uhrzeit net unüblich).

    Nix dabei gedacht nur später gewundert warum so viele Sirenen und Hubschrauber unterwegs sind.

    Bis gegen 4 Uhr Morgens das Telefon klingelte und jemand allen Ernstes anrief und fragte ob alles ok sei.... da hab ich dann erst gehört das es ein Flugzeug war... und nach bissi umhören und dem Tumult in der Umgebung war dann auch klar das die Absturzstelle ca. 7 Km von meiner damaligen Wohnung war. Da wurds mir schon anders.

    Auf der Arbeit haben dann die Kollegen erzählt das teilweise auch etwas in ihren Gärten gelandet sei... ich will das net näher umschreiben. Und tagelang war der verkehr ein Chaos, überall Helfer und Trümmerteile unterwegs auf der Straße. Kein netter Anblick, da läufts einem Eiskalt über den Rücken.

    Und der nervigste Part war meiner Meinung nach die Sensationsgeile Reporterschar (nix gegen den Beruf, aber das war echt übel). Haben sie was gesehen / gehört... liegt was in Ihrem Garten... also echt Leute. Sowas in so ner Situation.... *kopfschüttel*

    Ich hoffe das ich nie weieder sowas miterleben muß. Wenn ich ein Gewitter höre denke ich oft an diese Nacht.

    Greetz

  3. #3
    Avatar von just77me
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    Ziemlich schrecklich war dieser Tag. Einige Bekannte wohnen in dieser Gegend und haben mir viele Geschichten erzählt.
    Wie immer gabs anscheind ziemlich viele Gaffer die sich in der Tanke Bier geholt haben und zugeschaut haben. Tja aber interessiert hat das die ganze Welt, die Zugriffszahlen auf dem Webcam-Portal www.seecam.de waren extrem hoch!

    Tja in dem Flieger waren ja ziemlich viele reiche russische Kinder, der Vater von einem drehte wohl durch und ermordete später den Fluglotsen der schweizer das ist schon ziemlich hart einen da alleine verantworlich zu machen.

    Hm was fällt mir noch ein - ein ziemlich geschmackloses Zitat eines Arbeitskolegen... unglaublich jetzt regnet es schon Kinder!

  4. #4
    Avatar von Claudy
    Claudy ist offline Großadmiral
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    Lieber Thedent,

    ich wünsche Dir von Herzen das Du nie wieder sowas erleben musst.
    Ich habe dies auch über eine Bekannte die in Pfullendorf wohnte hautnah mitbekommen.

    Reinold, was dein Bericht angeht, ich finde es ja schon der Knaller, das so ein Vater einfach drauflos mordet, unsereins wäre da nie wieder aus dieser Affäre gekommen, das wäre riesig in der Presse gewesen,eben der elefant aus der Mücke, wobei da bestimmt die Emotionen des Vaters durchgingen, nur es kann nicht sein, das man gleiches mit gleichem vergelten muss.
    Das Zitat von deinem Kollegen ist wahrlich geschmacklos, sorry wenn ich das nun so sage

  5. #5
    Avatar von thedent
    thedent ist offline Großadmiral
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    Von der Ermordung des Fluglotzen hab ich auch gehört, das war wohl etwas später als der Prozess um das Thema losgehen sollte. Üble Sache, denn ich stimme zu.... einer allein konnte nix dafür... ich habe viele Berichte darüber gelesen, und da ich technisch sehr interessiert bin natürlich auch viel über die Techniken zur Verhütung solcher Unfälle. Wie jeder weiß steckt in Flugzeugen ja eine Unmenge an Technik, die meiste davon doppelt.... es war wohl schon eine (fast) unmögliche Verkettung schlimmer Umstände das kein System mehr gegriffen hat und dazu noch falsche Entscheidungen getroffen wurden. Bleibt nur zu hoffen das solche Umstände so schnell nicht wieder zusammen kommen.

    Und das Zitat finde ich übrigens auch eher fragwürdig. In solchen Situationen hat der Spaß 'n Loch.

  6. #6
    Avatar von just77me
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    Mit dem Zitat hast Du recht, aber diese Person ist einfach so.

    Pssst Claudy du wolltest den Beitrag noch ändern: 5 Bilder - weniger Links

  7. #7
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    Ich erinnere mich auch noch... nachts bin ich durch einen lauten knall aufgewacht. Am nächsten morgen haben wir dann in der Schule (Überlingen) davon erfahren und mehrere Hubschrauber in ein paar kilometer entfernung herumfliegen gesehen. Ein bis mehrere Tage später ist dann sogar ein Millitär-Jet wenige hundert meter über unser Haus hinweg geflogen...

  8. #8
    Avatar von Claudy
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    Oh Gott, das muss ja schlimm gewesen sein, ich hoffe nur das wir sowas nie erleben.
    Wir wohnen in einer Hochhaussiedlung in Stuttgart und da erlebt man eben immer mal wieder (meist im Herbst) das sich verzweifelte Menschen von den Hochhäusern stürzen, also Menschen, die kommen extra hierher, mit oder ohne Alk, weil diese eben keine Zukunft mehr sehen und springen runter, wir haben das hier bei uns auch schon live erlebt, nicht ich, aber meine Freundin, Schütze, die hat das schon mitgemacht, mein Sohn Lukas wollte zu Freunden raus, da war hier riesenaufgebot an Polizei und Feuerwehr und so weiter. Mei, da kannst kein Kind rauslassen, das wird ja seines Lebens nimmer froh wenn es sowas sieht.
    Da wir ja an einer großen vielbefahrenen Kreuzung wohnen, haben wir am Wochenende gehört, viel Feuerwehr, DRK, Notarzt, Atemschutzund Polizei, ich glaube im gesamten 20 Autos, da waren wir ja auch neugierig was da los war, eine Freundin hat uns angerufen, das bei Ihr gegenüber im Altenheim die Feuerwehr mit Atmeschutz aus- und ein ging, wir beide, neugierig wie wir Frauen eben sind, haben uns auf den Weg gemacht, das wollten wir auch mal sehen, 2 Strassen voll mit Feuerwehr und Co.
    Doch es stellte sich als blinder Alarm dar, eine Omi hatte Ihre Herdplatte nicht abgemacht, die qualmte dann und über den Rauchmelder geht dies sofort an die Berufsfeuerwehr in Stuttgart.
    Also nix wars mit de Sensation auf dem Freiberg
    Aber man muss ja froh sein das nichts schlimmeres passiert ist.

  9. #9
    Avatar von Schlagsahne
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    Ist zwar sehr spät um auf dieses Thema zu antworten, aber ich hab mich ja auch erst letztens hier registiert und das hier auch erst gerade beim rumstöbern entdeckt.

    Ja, diese Nacht (für mich auch noch die folgende Woche) werd ich nie vergessen, auch die Bilder haben sich in meinen Kopf gebrannt.

    Ich lag damals nachts im Bett, als das Telefon läutete (ich glaube es war kurz vor oder kurz nach 1 Uhr) und mein Chef mir sagte: "Komm sofort ins Geschäft, es gab ein schweres Unglück am Bodensee und viele Tote."
    Ich bin dann sofort ins Auto (normalerweise brauch ich ca. 35 Minuten ins Geschäft), in dieser Nacht hab ich es in knapp 20 Minuten geschafft. Die Meldungen im Radio immer mitverfolgt.
    Im Geschäft (die Bereitschaftspolizei Böblingen) angekommen gab es das totale Chaos. Mannschaftswagen mit Blaulicht sind mir damals schon mit einem "Affenzahn" aus der Kaserne entgegengekommen und richtung Bodensee "geflogen".
    Im Geschäft gabs noch eine kurze Einweisung in die Lage, Suchstangen und Kartenmaterial, sowie Funkpläne.
    Auf den gesamten Zug (ca. 35 Frau und Mann) haben wir damals gar nicht gewartet, weil das zu lange gegangen wäre. Immer wenn ein VW-Bus voll war wurde er gleich auf die "Reise" Richtung Bodensee geschickt.
    Ich weiß noch das auf der ganzen Fahrt von Böblingen an den See schweigen im Fahrzeug war, obwohl das sonst eine lustige Gruppe.
    Ca. 10 Km vor Überlingen sahen wir dann warum wir an den See "geflogen" waren. Überall Rettungskräfte von DRK/Feuerwehr/THW und und und....und ganz plötzlich waren wir mittendrin in diesem Chaos....
    Die ersten Wackteile, die ersten Leichen..... Das schlimme war, dass wir damals die Leichen/Teile in den Getreidefeldern suchen mußten und bei jedem Fund ein Beamter mit einem Fähnchen (zur Kennzeichnung) bis zum Hellwerden dabei stehen bleiben mußte.

    Erst vor einer Woche hab ich eine Kurzgeschichte von einem Kollegen gelesen, der über diese Zeit geschrieben hat. Der Titel war "Die Nacht in der es Kinder regnete" (Titel des Buchs: "Jeden Tag den Tod vor Augen" und ist vom PIPER-Verlag)

  10. #10
    Avatar von thedent
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    Besser spät als nie,

    gerade bei diesem Thema sind wir / bin ich sehr dankbar für jede Antwort. Ich habe zwar nie direkt das Geschehen in vollem Ausmaß gesehen (Leichen etc.), aber das was ich gesehen / erlebt habe hat mir auch gereicht.

    Ich bin sehr interessiert an der Kurzgeschichte, gibts die auch irgendwo online?

    gday
    [FONT="Fixedsys"]
    ready to strike
    with hammer in hand
    the serpent in pain,
    twisting in furious rage!
    fought for its life
    the serpent escaped
    thor was in rage
    my dreams began to fade
    [/FONT]

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