Schulanfang
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Am heutigen Montag beginnt für Tausende Schülerinnen und Schüler wieder der „Ernst“ der Schule.
Vorbei sind sechs Wochen Ferien mit spätem Aufstehen, spielen, baden gehen, Erholung.
Schulanfänger gehen jetzt zum ersten Mal in die Schule, der Weg dorthin ist meist ein anderer als der gewohnte Weg in den Kindergarten.
Schüler die vier Jahre Grundschule abgeschlossen haben, wechseln auf weiterführende Schulen, mit meist weiteren und sicherlich auch anderen Wegen zur Schule.
Viele gehen weiterhin auf dieselbe Schule, haben aber nach den langen Ferien wieder etwas Sensibilisierungs- und Motivationsbedarf, um eingeschlichene Mängel wieder zu beseitigen.
Kinder sind von ihrer Körpergröße und ihrer geistigen Entwicklung keine kleinen Erwachsenen.
Sie sehen Dinge in einer anderen Augenhöhe, erfassen Situationen dadurch anders.
Ihre geistige Reife, die Verknüpfung mit gemachten Erfahrungen ist noch nicht so ausgeprägt.
Jugendliche gehen oft in Gruppen, sind durch allerlei entwicklungstypische Faktoren bis zu pubertären Erscheinungen abgelenkt, unkonzentriert, nicht mit der nötigen Akzeptanz unterwegs.
Paragraph 3 der Straßenverkehrsordnung befasst sich mit der Geschwindigkeit, sein Absatz 2 a speziell mit verkehrsschwächeren Personengruppen.
Sein Wortlaut ist: Die Fahrzeugführer müssen sich gegenüber Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen, insbesondere durch Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und durch Bremsbereitschaft, so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.
Unter dem Dach von § 1 der Straßenverkehrsordnung,
Wortlaut: § 1 Grundregeln
(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.
möchte die Polizei folgende Verhaltenstipps geben:
• Gehen Sie anfangs gemeinsam mit Ihrem Kind zu Fuß zur Schule.
So können Sie sicheres Verhalten an Gefahrenpunkten üben. Versetzen Sie sich
in die Lage des Kindes (Körpergröße, Schrittlänge, Augenhöhe, Interessen des
Kindes / Ablenkung…).
• Bringen Sie ihr Kind nach Möglichkeit nicht mit dem Auto zur Schule.
„Elterntaxis“ steigern den Verkehr rund um die Schule und führen zu unübersichtlichen Situationen für Kinder.
• Besprechen Sie mit Ihrem Kind die wichtigsten Verhaltensregeln für Fußgänger, Radfahrer und das Mitfahren im Auto.
• Für die Sicherheit des Kindes im Auto sind Sie verantwortlich:
- Kinder sitzen sicherer auf den Rücksitz
- Kinder benötigen einen passenden Kindersitz
- Alle Kinder müssen angeschnallt sein
• Seien Sie als Autofahrer/in Vorbild für rücksichtsvolles Fahren bzw. generell für rücksichtvollen Umgang mit Mitmenschen:
- Halten Sie Geschwindigkeitsbeschränkungen ein
- Fahren Sie besonders vorsichtig im Umfeld von Kindergärten und Schulen
- Entwickeln Sie einen 7. Sinn für das Verhalten von Kindern
- Parken Sie nicht auf Geh- und Radwegen
• Mit dem Fahrrad zur Schule
Bitte berücksichtigen Sie, dass ein Kind in jungem Alter schnell überfordert sein kann.
Zum Fahrradfahren gehört mehr als nur treten, lenken und bremsen. Vorausschauende Handlungs- und Wegeplanung sind für jüngere Kinder in diesem Alter entwicklungsbedingt oft nicht im nötigen Umfang möglich.
Und noch etwas...
• Lassen Sie ihrem Kind morgens ausreichend Zeit sich zu richten.
Es benötigt mindestens 45 Minuten für sich, bevor es den Schulweg antritt. Eile ist ein schlechter Begleiter!
• Sorgen Sie für eine gute Erkennbarkeit ihres Kindes.
Es gibt Kraftfahrern wertvolle Reaktionszeit, wenn das Kind von Weitem sichtbar ist.
• Sprechen sie sich mit anderen Eltern ab, damit der Schulweg, wenn möglich,
von mehreren Kindern gemeinsam gemeistert werden kann.
• Denken Sie an eine Rettungsinsel, wo Ihr Kind unterwegs im Notfall Hilfe
bekommen könnte (Geschäft, Bekannte,...).
• Verinnerlichen Sie Ihrem Kind, dass man niemals zu einem Fremden ins
Fahrzeug steigen soll, bzw. niemals mit einem Fremden mitgehen darf.
Erklären Sie Ihrem Kind wer “FREMDER“ ist.
• Besprechen Sie täglich mit Ihrem Kind, was es erlebt hat.
Im Jahr 2009 verunglückten im Landkreis Konstanz bei 96 Unfällen an denen Kinder beteiligt waren,95 Kinder, 17 Kinder wurden schwer, 73 Kinder wurden leicht verletzt. Auf dem Schulweg verunglückten bei 15 Unfällen 6 Kinder schwer und 6 Kinder leicht.
Bis 31. August 2010 verletzten sich bei 67 Unfällen 11 Kinder schwer und 50 Kinder leicht, bzw. bei 5 Schulwegunfällen 3 Kinder leicht.
Ein an sich positiver Trend der sicherlich ein Verdienst aller Beteiligter im verantwortungsvollen Umgang miteinander ist.
Die Polizei wird, wie schon viele Jahre zuvor, zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer die ersten Schulwochen regulierend begleiten.


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