Fähre „Friedrichshafen“ nach Landrevision wieder im Wasser

Friedrichshafen. Nach fast vier Monaten darf sie wieder Wasser unter dem Kiel spüren: Die Motorfähre (MF) „Friedrichshafen“ ist nach der Landrevision in der Werft in Friedrichshafen am Mittwoch, 3. Februar, eingewassert worden. „Die Fähre ist Baujahr 1966. Sie feiert in diesem Jahr also ihren 50. Geburtstag und ist technisch wie optisch in einem hervorragenden Zustand“, sagt Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Bodensee-Schiffsbetriebe (BSB). Die Fähre ist auf ihrer Strecke zwischen Friedrichshafen und Romanshorn künftig noch umweltfreundlicher unterwegs: „Dank der neuen Motoren und Rußpartikelfilter, die bereits im Frühjahr 2015 eingebaut wurden, schätzen wir, dass die Fähre künftig 20 Prozent weniger Kraftstoff im Jahr benötigt. Zudem stößt sie rund 350 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2) weniger pro Jahr aus. Wir haben insgesamt rund eine Million Euro investiert“, so Reuter.

Für die BSB-Mannschaft war die Landrevision eine Herausforderung: „Die Fähre ‚Friedrichshafen‘ ist das mit Abstand größte Schiff der Flotte und war noch nie hier auf der Werft. Das sogenannte Auswassern war echte Maßarbeit, teilweise hatten wir gerade mal fünf Zentimeter zwischen Schiff und Wand“, sagt Christoph Witte, Geschäftsbereichsleiter Schiffs- und Hafentechnik.

Bei der Landrevision wurde das komplette Schiff gereinigt, entrostet und neu lackiert. Am Schiffsrumpf wurden die sogenannten „Toilettenerker“ umgebaut: „Mit diesem Umbau wird das Schiff strömungsgünstiger“, erklärt Witte. Auf dem Fahrbahndeck haben die BSB einen behindertengerechten Aufenthaltsraum und eine Toilette eingebaut. Auch in Sachen Technik wurde die „Friedrichshafen“ auf den neuesten Stand gebracht: Die Schiffssteuerung wurde überarbeitet. „Wir haben außerdem einen Landanschluss und eine Synchronisierung des Bordstroms eingerichtet,“ so Witte. „Das heißt, dass das Schiff während der 20-minütigen Liegezeit in Friedrichshafen seinen Strom umweltfreundlich von Land bezieht. Die zur Stromerzeugung vorgesehenen Schiffsdiesel können in dieser Zeit komplett abgeschaltet werden; wir brauchen sie nur während der Überfahrt.“ Die Fähre der BSB ist damit die erste Fähre auf dem Bodensee, die solch ein System einsetzt und damit den Ausstoß von CO2 und Rußpartikeln reduziert.

Auch die Schiffsführer können sich auf die frisch renovierte „Friedrichshafen“ freuen: „Wir haben beide Steuerhäuser mit einer Klimaanlage ausgestattet – im Sommer konnte es dort ziemlich heiß werden“, sagt Witte. Im April 2015 hatte das Schiff bereits neue Motoren bekommen.

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