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Thema: Jahresbericht 2010 des Kompetenzzentrum Bodensee Bootskriminalität

  
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    Idee Jahresbericht 2010 des Kompetenzzentrum Bodensee Bootskriminalität

    Jahresbericht 2010 des Kompetenzzentrum Bootskriminalität

    Konstanzer Bootsfahnder 2010 so erfolgreich wie noch nie / Diebstahlszahlen bei Sportbooten und Außenbordmotoren nahezu unverändert


    Die bisher meisten Sicherstellungen von gestohlenen Sportbooten, Jetskis und Außenbordmotoren seit dem Bestehen der Konstanzer Spezialfahnder meldet die Polizeidirektion Konstanz. Das bei der Wasserschutzpolizei Konstanz angesiedelte Kompetenzzentrum Bootskriminalität (KBK) wurde im Jahre 2001 in Absprache mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg gegründet, um damit den wachsenden polizeilichen Herausforderungen der grenzüberschreitenden Kriminalität in diesem Kriminalitätssegment zu begegnen. Beim fünfköpfigen Team des Kompetenzzentrums Bootskriminalität in Konstanz gingen im vergangenen Jahr über 1800 Anfragen von Polizeidienststellen aus ganz Deutschland, dem Ausland und über das Bundeskriminalamt ein.

    Hauptzielrichtung der Fahnder vom Bodensee ist das Abfangen des Diebsgutes noch auf dem Transportweg. In einem Netzwerk von mobilen Fahndungsgruppen der Länderpolizeien, der Bundespolizei und dem Zoll arbeiten die Wasserschutzpolizisten des KBK nahezu ausschließlich „an Land“. Denn Deutschland spielt im Bereich der Bootskriminalität sowohl als Tatort-, als auch als Transitland eine wesentliche und geographisch zentrale Rolle.

    Aus den eingehenden Anfragen gelang es insgesamt 16 Sportboote, zwei Jetskis (Wassermotorräder) und insgesamt 144 Außenbordmotoren als Diebesgut herauszufiltern, sicherzustellen und deren Zuordnung zu Straftaten im In- oder Ausland zu ermöglichen. In vielen Fällen hatten die Geschädigten noch gar nicht bemerkt, dass sie bestohlen wurden. Nur durch die „Spürnase“ der kontrollierenden Beamten vor Ort und durch die schnelle internationale Zusammenarbeit des KBK mit anderen Spezialisten für Bootskriminalität gelang es, Diebsgut im Gesamtwert von über 2,8 Millionen Euro mit den örtlich zuständigen Dienststellen sicherzustellen. Als „Beifang“ konnten zwei Quads und ein Lastkraftwagen Diebstählen in der Slowakei und Kanada zugeordnet werden.
    Seit Gründung des KBK waren die Beamten damit wesentlich an Sicherstellungen von Diebesgut im Wert von knapp 13 Millionen Euro beteiligt.


    Die internationale Dimension der Fahndertätigkeit zeigt sich unter anderem daran, dass die Sicherstellungen in insgesamt 13 verschiedenen Ländern in Europa erfolgten. Das Diebesgut wiederum konnte Diebstählen in 14 verschiedenen Ländern zugeordnet werden, unter anderem ein Sportboot in Mazedonien, das in Kanada gestohlen gemeldet war. Die meisten Sicherstellungen erfolgten in Deutschland wie beispielsweise die wertmäßig höchste Beschlagnahme einer Motoryacht im Wert von 1,4 Millionen Euro in Nord-Deutschland, die in Italien gestohlen gemeldet war. An dieser Aktion war neben der örtlichen Wasserschutzpolizei und dem BKA Wiesbaden auch die europaweit größte Versicherungsdetektei mit Sitz in Hamburg maßgeblich beteiligt.


    Auch am Bodensee waren die Fahnder mit ihren Schweizer Kollegen erfolgreich. Am Grenzübergang Rheineck nach Österreich (Vorarlberg) konnten im Frühjahr acht Außenbordmotoren im Wert von 30.000 € in einem Lieferwagen mit rumänischer Zulassung sichergestellt werden. Die Abklärungen des KBK ergaben, dass die Motoren unmittelbar vor der Kontrolle in Frankreich in der Nähe des Genfer Sees gestohlen wurden. Auch in einem Zug waren die Schweizer Fahnder erfolgreich. Neben allerhand anderem Diebesgut fanden sich auch zwei Außenbordmotoren, von denen einer vom KBK einem Diebstahl am Schweizer Teil des Bodensees zugeordnet werden. Die „Ware“ war für Serbien bestimmt.

    Mit den österreichischen Fahndern an der ungarischen Grenze und Bayrischen Bootsermittlern gelang es, eine größere Diebstahlsserie an den Bayrischen Seen zu stoppen. Dort wurden im Sommer in mehreren Serien eine größere Anzahl von Außenbordmotoren verschiedener Leistungsstufen gestohlen. Die intensivierte Kontrolltätigkeit führte schließlich kurz vor der ungarischen Grenze zur Festnahme von zwei ungarischen Staatsangehörigen im Alter von 29 und 31 Jahren. Beide wurden von Österreich ausgeliefert und Anfang März 2011 vom Amtsgericht Traunstein wegen gewerbsmäßigem, schweren Diebstahl zu zwei bzw. einem Jahr und acht Monaten Haft verurteilt worden. Ironie am Rande: Einer der Beschuldigten betrieb eine Internetseite mit der Überschrift „Die Abräumer“, im Internet allerdings nur auf das Entrümpeln von Wohnungen und anderen legalen Dienstleistungen bezogen.

    Auch mit den Fahndern der Bundespolizei konnten mehrfach beachtliche Fahndungserfolge erzielt werden. Bei einer Routinekontrolle in der Nähe der polnischen Grenze wurde ein 22-jähriger polnischer Staatsangehöriger überprüft, der insgesamt neun Außenbordmotoren im Wert von über 70.000 € im Fahrzeug hatte. Pech für ihn war, dass drei der Motoren unmittelbar vor der Kontrolle von den belgischen Bootsfahndern nach Konstanz gemeldet wurden, sodass die weitere Zuordnung zu Diebstählen in Belgien relativ einfach war. In der Folge konnten in enger Zusammenarbeit zwischen den polnischen, deutschen und belgischen Ermittlern auch die Hintermänner in Belgien ermittelt und festgenommen werden. Alle Beteiligten sitzen in Belgien in Untersuchungshaft.

    „Die Saison hat wieder richtig angefangen“, so die Ermittler. Alleine in der vergangenen Woche konnten mit Kollegen der Bundespolizei, Bayrischen Fahndern, sowie polnischen und litauischen Fahndern in Deutschland, Polen und Litauen 18 Außenbordmotoren und ein Sportboot im Gesamtwert von über 200.000 € sichergestellt werden. Die Motoren waren alle in Skandinavien gestohlen worden, das Sportboot stammte aus einem Diebstahl in Nord-Wales. Drei polnische Staatsangehörige sitzen in Auslieferungshaft nach Norwegen.




    Die Diebstahlszahlen in Deutschland sind auf hohem Niveau nahezu unverändert. Insgesamt gestohlen wurden 327 Boote (minus 4,7 %) und 1141 Außenborder (plus 2,5 %).

    Die Wasserschutzpolizei warnt vor betrügerischen Angeboten von Sportbooten im Internet und bietet den Bürgern an, gebraucht zum Kauf angebotene Sportboote, Wassermotorräder, Bootsanhänger oder Außenbordmotoren von den Spezialisten des KBK überprüfen zu lassen. Einige Bürger konnten dadurch bereits vor dem Kauf von Diebesgut und einem damit verbundenen Strafverfahren wegen Hehlerei oder vor Geldtransaktionen zu gar nicht existenten Wasserfahrzeugen bewahrt werden.

    Das KBK ist unter der Telefonnummer +49 (0)7531/5902-300 oder per Telefax +49 (0)7531/5902-109 rund um die Uhr auch für Bürger aus der Schweiz oder Österreich erreichbar. Hinweise zum Gebrauchtbootkauf und einen Bootspass können auf der Internetseite der Polizeidirektion Konstanz herunter geladen werden:
    Wasserschutzpolizei
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